FAQ’s

Häufig gestellte Fragen zum Kfz-Unfallschaden

Was tue ich im Falle eines Verkehrsunfalls?

Wurden Sie in einen Verkehrsunfall verwickelt und ist Ihr Fahrzeug dadurch beschädigt worden, kontaktieren Sie bitte nach der Sicherung der Unfallstelle und der Übergabe Ihres Unfallberichts an die Polizei umgehend unser Sachverständigenbüro. Einer unserer geprüften und zertifizierten Kfz-Gutachter nimmt dann den Schaden zum vereinbarten Termin auf. Er führt noch an der Unfallstelle mithilfe seines iPad eine erste digitale Kalkulation durch. Im Büro stellt er dann die Schadenbewertung fertig und erledigt alle mit Ihrem Unfall verbundenen Formalitäten. Der Versicherer und Sie erhalten das von unserem Sachverständigen erstellte Kfz Gutachten innerhalb von 24 Stunden. Nach Abwicklung des Versicherungsfalles wird die Schadensersatzsumme auf Wunsch per Überweisung, Scheck oder in bar ausgezahlt.

Wer bezahlt den Kfz-Gutachter?

Wer die Rechnung des Kfz-Gutachters übernimmt, hängt davon ab, aus welchen Gründen das Gutachten beauftragt wird. Geht es lediglich um eine herkömmliche Kfz Bewertung, weil das Fahrzeug zu einem guten Preis verkauft/gekauft werden soll, muss der Verkäufer/Käufer die Gutachtenkosten selbst übernehmen. Gutachten, die zur genauen Feststellung und Bewertung von Schäden nach Unfällen angefordert werden, müssen grundsätzlich vom Schadenverursacher beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherer bezahlt werden.

Welche Ansprüche habe ich als Unfallgeschädigter?

Werden Sie durch einen Verkehrsunfall geschädigt, sollten Sie sofort mit einem auf Verkehrs- und Unfallrecht spezialisierten Fachanwalt Kontakt aufnehmen. Für Sie als Geschädigten gilt grundsätzlich, dass Sie laut Schadensersatzrecht so zu stellen sind wie Sie stünden, wenn der Unfall nicht passiert wäre. Insgesamt können Sie folgende Schadensersatzposten geltend machen:

  • Kosten für den unabhängigen Kfz-Gutachter
  • Reparaturkosten
  • Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert (Wiederbeschaffungsaufwand)
  • Entschädigung für den Nutzungsausfall
  • Schmerzensgeld
  • Kosten für die Arzt- und Heilbehandlung
  • Ersatz des Haushaltsführungsschadens
  • Verdienstausfall
  • Kosten für den Rechtsanwalt
  • sonstige Kosten

Hat die Gegenseite den Autounfall verursacht, sollten Sie bei einem unabhängigen Kfz-Gutachter Ihrer Wahl ein Schadengutachten in Auftrag geben. Denn nur die Fahrzeugbewertung durch einen Sachverständigen gibt Auskunft darüber, wie hoch der an Ihrem Pkw entstandene Sachschaden ist und mit welchen Reparaturkosten Sie rechnen müssen.

Im Fall eines technischen oder wirtschaftlichen Totalschadens können Sie den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts Ihres Fahrzeugs einfordern. Lässt sich Ihr Auto noch reparieren, haben Sie für die Dauer seines Werkstattaufenthalts ein Anrecht auf Nutzungsausfallentschädigung, wenn Sie das Fahrzeug dringend brauchen. Liegt ein Totalschaden vor, bezieht sich diese auf einen angemessenen Zeitraum der Wiederbeschaffung. Stattdessen können Sie auch einen Mietwagen buchen und die Rechnung bei der Versicherung des Unfallgegners einreichen. Ein angemessenes Schmerzensgeld steht Ihnen zu, wenn Sie durch den Unfall verletzt wurden. Wie hoch dieses sein sollte, ermittelt Ihr Rechtsanwalt. Können Sie unfallbedingt Ihren üblichen Haushaltspflichten nicht mehr nachkommen, machen Sie am besten einen von Ihrem Rechtsanwalt berechneten Haushaltsführungsschaden geltend. Die Gegenseite muss Ihnen dann die Kosten für die vorübergehend beauftragte Haushaltshilfe bezahlen. Außerdem können Sie meist noch kleinere Posten geltend machen. Das sind beispielsweise Fahrtkosten, Abschleppkosten und Kosten für die Abmeldung des alten und die Anmeldung des neuen Fahrzeugs.

Wann reicht ein Kostenvoranschlag von einer guten Kfz-Werkstatt aus?

Der Kostenvoranschlag zur Beseitigung von unfallbedingten Schäden ist eine abgespeckte Variante des Kfz-Unfallgutachtens. Im Unterschied zu diesem wird in einem Kostenvoranschlag die Schadenhöhe nur grob eingegrenzt. Eine detaillierte Auflistung wie bei der Beurteilung durch den Kfz-Gutachter Bergisch Gladbach ist nicht enthalten und auch nicht Sinn einer solchen Kalkulation.

Eine Schadensabwicklung über Kostenvoranschlag ist nur bei geringeren Schäden am Auto ratsam. Holen Sie sich aber unbedingt für die Erstellung des Kostenvoranschlags von der gegnerischen Versicherung die Einwilligung in die Kostenübernahme. Sonst müssen Sie diesen selbst bezahlen.

Leihwagen nach Unfall: Was Sie beachten sollten

Mussten Sie als Unfallgeschädigter Ihren Pkw zur Reparatur in eine Fachwerkstatt bringen, haben Sie das Recht, sich für die Dauer der Instandsetzung Ihres eigenen Fahrzeugs einen Mietwagen zu nehmen. Denn diese dauert wenigstens einige Tage. Sind Sie als Berufstätiger oder als Rentner auf Ihr Auto angewiesen, können Sie die Übernahme der gesamten Kosten für Ihren Leihwagen aber nur dann von der gegnerischen Haftpflicht verlangen, wenn Ihr Pkw tatsächlich fahruntüchtig ist und Sie durch Beleg nachweisen können, wie lange Ihr Auto in der Werkstatt war und wie viele Tage Sie Ihren Mietwagen genutzt haben. Dazu benötigen Sie von Ihrer Werkstatt eine Reparaturrechnung und von der Autovermietung ebenfalls einen Beleg mit allen erforderlichen Angaben. Beachten Sie vor der Buchung Ihres Leihwagens außerdem die Geringfügigkeitsgrenze, um später nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben: Müssen Sie täglich weniger als 30 km fahren, bekommen Sie den Aufwand nicht erstattet, es sei denn, es liegen zwingende Gründe vor (Krankheit, Bereitschaftsdienst). Berücksichtigen Sie bei der Mietwagenwahl außerdem die Fahrzeugklasse: Gehört Ihr beschädigtes Auto zur Kompaktklasse, dürfen Sie keinen Leihwagen der Luxusklasse buchen. Allerdings darf das Ersatzfahrzeug einen vergleichbaren Fahrkomfort bieten. Im Fall eines Totalschadens dürfen Sie den Leihwagen bis zu dem Tag fahren, an dem Ihr neues Fahrzeug eintrifft.

Sind Sie sich als Unfallgeschädigter nicht sicher, ob Sie Ihr Fahrzeug reparieren oder doch lieber verschrotten lassen, haben Sie maximal 10 Tage Zeit, den Ihnen zustehenden Leihwagen zu buchen. Da Sie verpflichtet sind, den Schaden so gering wie möglich zu halten, suchen Sie sich am besten eine kostengünstige Autovermietung. Die besten Chancen auf einen Kostenausgleich haben Sie außerdem dann, wenn Sie eine Kfz-Werkstatt mit moderaten Preisen wählen. Übrigens: Sogar für die Dauer der Gutachtenerstellung (maximal eine Woche) steht Ihnen ein Mietwagen zu.

Rechtsanwalt: Juristische Unterstützung nach dem Unfall – wer trägt die Kosten?

Sie sind Unfallopfer ohne Mitschuld? In diesem Fall zahlt grundsätzlich die Versichherung des Verursachers. Scheuen Sie nicht einen Anwalt zur Durchsetzung Ihrer Rechtsansprüche mit hinzuzuziehen.
Viele Unfallgeschädigte nehmen erst dann Kontakt zu einem Rechtsanwalt auf, wenn es zu massiven Streitigkeiten kommt. In diesem Fall kann ein Fachanwalt für Unfall- und Verkehrsrecht aber nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Ziehen Sie ihn jedoch schon kurz nach dem Unfall hinzu, sind seine juristischen Möglichkeiten deutlich größer. Der Fachanwalt hilft Ihnen dabei, Ihre Rechte bestmöglich durchzusetzen: Da keine Versicherung von sich aus eine angemessene Entschädigung zahlt, können Sie nur mit seiner Unterstützung die höchstmögliche Summe erstattet bekommen. Sind Sie sich sicher, dass Sie wenigstens eine Teilschuld am Unfallgeschehen haben, weisen Sie Ihren Anwalt unbedingt schon am Anfang darauf hin. Viele Rechtsexperten beschränken den Auftrag dann auf den Teil des Schadens, den der Unfallgegner zu verantworten hat.

Selbst verschuldeter Unfall – was tun?

Haben Sie den Eindruck, Ihren Autounfall zumindest teilweise verschuldet zu haben, rufen Sie danach auf keinen Fall den Zentralruf der Autoversicherer an. Denn dadurch handeln Sie sich erhebliche Nachteile ein. Der Zentralruf der Autoversicherer ist ein Gemeinschaftsunternehmen aller deutschen Autoversicherungen. Seine sämtlichen schadenregulierenden Maßnahmen haben das Ziel, die von den zahlungspflichtigen Versicherungen zu erstattenden Kosten so gering wie möglich zu halten. Daher versucht er über diese zentrale Rufnummer zu verhindern, dass Geschädigte beispielsweise einen Rechtsanwalt oder einen eigenen Auto Gutachter beauftragen. Übrigens: Auch wenn Sie den Eindruck haben, die alleinige Schuld am Unfallgeschehen zu haben, ist das erfahrungsgemäß oft nicht der Fall: Der durch den Crash verursachte Schock führt oft zur Fehleinschätzung der Situation.

Was Sie zur Reparaturkosten-Übernahmeerklärung wissen müssen

Eine Reparaturkosten-Übernahmeerklärung ist ein Vertrag, in dem die mit der Reparatur eines Unfallfahrzeugs beauftragte Fachwerkstatt von der gegnerischen Versicherung die Bestätigung erhält, dass diese die Reparaturkosten begleicht. Das Dokument beinhaltet außerdem Angaben über die Höhe der übernommenen Regulierungssumme und die Schadensquote. Die genannte Schadensquote bedeutet, dass der Versicherer nur in Höhe dieser Quote leistet. Den restlichen Betrag haben Sie selbst an die Werkstatt zu zahlen.

Wissenswertes zur Werkstatt-Auswahl – bin ich an eine Werkstatt gebunden?

Kaufen Sie sich einen neuen Pkw, achten Sie bei der Wahl Ihrer Kaskoversicherung unbedingt auf die Werkstattklausel: Immer mehr Kaskoversicherungsverträge beinhalten die sogenannte Werkstattbindung. Diese besagt, dass Sie Ihr Auto zwar in einer Werkstatt Ihrer Wahl reparieren lassen dürfen, dafür aber drastische Einbußen beim Begleichen der Reparaturkosten durch den betreffenden Versicherer hinnehmen müssen. Die Versicherer sind bei Verträgen mit Werkstattbindung berechtigt, mindestens 40 Prozent weniger zu erstatten. Liefern Sie Ihr Auto jedoch in einer Vertragswerkstatt des Kaskoversicherers ab, ist das nicht der Fall.

Verträge mit Werkstattbindung locken mit sehr niedrigen Versicherungsbeiträgen. Meldet der Geschädigte seiner Kaskoversicherung einen Schaden, weist diese ihm eine oft weit entfernt gelegene Vertragswerkstatt zu. Nur in Großstädten befinden sich die Partnerwerkstätten in halbwegs greifbarer Nähe. Die in der Vertragswerkstatt Beschäftigten erhalten einen niedrigeren Lohn und dürfen nur Teile mit vorgegebenen Höchstpreisen einbauen. Da sie sehr viele Pkws zugewiesen bekommen, führt diese extreme Auslastung oft zu einer schlechteren Arbeitsqualität. Geben Sie jedoch einer Werkstatt Ihres Vertrauens den Reparaturauftrag, kann es passieren, dass Sie wenigstens die dreifache Selbstbeteiligung als Vertragsstrafe und schlimmstenfalls sogar die gesamten Kosten selbst bezahlen müssen. Schließen Sie also besser keine Kaskoverträge mit Werkstattbindung ab.

Haftpflicht- oder Kaskofall?

Ob es sich nach einem Autounfall um einen Haftpflicht- oder Kaskofall handelt, hängt davon ab, wer der Unfallverursacher ist. Haben Sie den Unfall nicht verursacht, aber Schäden am Auto, liegt ein Haftpflichtschaden vor. Sind Sie selbst für den Schaden an Ihrem Pkw verantwortlich, kommt Ihre Vollkaskoversicherung für die Reparaturen auf.

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